Wer auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin Spezialveranstalter für Singlereisen suchte, kam ohne einen einzigen Prospekt nach Hause. Alle großen Reiseveranstalter halten anscheinend daran fest, Programme für Singles aus dem Angebot auszukoppeln. Nicht etwa weil die Zielgruppe verkannt wird, sondern weil man sie nicht definieren kann: Reisende Singles sind keineswegs mit Alleinreisenden gleichzusetzen; Letztere reisen vorwiegend bewusst ohne den vorhandenen Partner, um sich eine Auszeit zu gönnen. Aber nicht einmal “die Singles” wollen Reisen zwangsläufig zur Partnersuche unter Palmen machen.
Wer “echte Singlereisen” anbietet - also solche, die Paare gar nicht erst mitnehmen und die über ein zarte Bande förderndes Programm verfügen -, läuft Gefahr, als “Single-Enklave” wahrgenommen zu werden. Andererseits befriedigen große Reiseveranstalter mit nicht verrechneten Einzelzimmerzuschlägen in der Nebensaison Bedürfnisse der heterogenen Gruppe ebenso wenig.